Geldverdienen von Zuhause: Chance oder Schwindel?

Viele Geschäftsideen locken mit einem attraktiven Verdienst vom heimischen Schreibtisch aus: Geldverdienen von Zuhause liegt im Trend. Klappt das bequeme Geschäftsmodell aber tatsächlich?

Wer seinen selbständigen Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden bezieht, gilt vor dem Gesetz als Hausgewerbetreibender. Ein Hausgewerbetreibender ist etwa als Freiberufler für andere Unternehmen tätig oder betreibt als Webmaster eigene Projekte im Internet. Das Hausgewerbe darf nicht mit der Heimarbeit verwechselt werden. Heimarbeiter üben nämlich keine unternehmerische Tätigkeit aus, sondern befinden sich in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis. Auch wenn Heimarbeit oft mit dem Image von Hausfrauen in Verbindung gebracht wird, die im Akkord Kugelschreiber montieren, sind tatsächlich nicht wenige Beschäftigungsverhältnisse in Heimarbeit angesiedelt. Der Vertriebsleiter im Außendienst eines Unternehmens agiert ebenso aus den eigenen vier Wänden wie die Architektin, die ihren Job der Kinder wegen Zuhause ausübt.

Aber zurück zur unternehmerischen Tätigkeit in den eigenen vier Wänden. Wochenzeitungen und Internetseiten sind voll mit angeblich lukrativen Verdienstmöglichkeiten von Zuhause aus. Versprochen werden nicht selten Monatseinkommen von 5.000 Euro oder gar Millionenerträge im Jahr. Tatsächlich werden Verbraucher mit diesen verlockenden Verdienstmöglichkeiten aber häufig an der Nase herum geführt oder sogar um ihr eigenes Geld gebracht.

Hinter vielen Vertriebsmodellen für Zuhause verstecken sich Schneeballsysteme, an denen nur derjenige richtig verdient, der an der Spitze des Systems steht. Das vielzitierte MLM – Multi Level Marketing – funktioniert auf Empfehlungsbasis nicht viel anders. Darüber hinaus werden häufig auch hohe Einkünfte als selbständiger oder nebenberuflicher Webmaster versprochen, die für Laien ebenso in der Enttäuschung enden werden. Dabei klappt das Geldverdienen von Zuhause mit Partnerprogrammen und Internetwerbung zwar wirklich – aber sehr gute Kenntnisse im Onlinemarketing sind Voraussetzung. Wer sich im Internet auskennt, braucht in diesem Sinn garantiert keine kostenpflichtigen Kurse oder Anleitungen von windigen Geschäftsleuten.

Das Geldverdienen von Zuhause mit seinem Sofa-Image ist tatsächlich harte Arbeit. Um Schneeballsysteme, MLM und großherzige Versprechungen für einen hohen Nebenverdienst sollte jedermann einen großen Bogen machen. Selbständige Hausarbeit klappt nur, wenn ein lukratives Business eben kein Büro oder Ladengeschäft benötigt – nach einer bequemen Sofa-Beschäftigung muss man hingegen lange suchen.

21. Oktober 2010